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Luftentfeuchter oder Klimagerät? Was Entfeuchten leistet

Inhalt 9 Abschnitte

Warum ein Luftentfeuchter den Raum nicht kühler macht

An schwülen Sommertagen greifen viele Menschen zum Luftentfeuchter in der Hoffnung, es werde dadurch kühler. Das ist ein verbreitetes Missverständnis. Ein Luftentfeuchter entzieht der Raumluft Wasserdampf, er senkt aber nicht die Temperatur. Im Gegenteil: Der Betrieb gibt Wärme an die Raumluft ab. Wer die Raumtemperatur senken möchte, braucht ein Klimagerät, einen Ventilator oder bauliche Maßnahmen wie Verschattung.

Dieser Ratgeber erklärt, wie die gängigen Entfeuchter arbeiten, wo der Unterschied zum tragbaren Klimagerät liegt und wann trockenere Luft trotzdem spürbar hilft. Am Ende finden Sie Kriterien für die Auswahl.

So arbeitet ein Kompressor-Entfeuchter

Die meisten Geräte für Wohnräume und Keller sind Kondensationsentfeuchter mit Kompressor. Das Prinzip ähnelt dem eines Kühlschranks: Ein Ventilator saugt feuchte Raumluft an und führt sie über eine sehr kalte Fläche, den Verdampfer. Dort sinkt die Temperatur der Luft unter ihren Taupunkt, der Wasserdampf schlägt sich als Tröpfchen nieder und läuft in einen Behälter oder über einen Ablaufschlauch ab.

Die jetzt trockene und kalte Luft strömt anschließend über den warmen Teil des Kältekreises, den Kondensator, und wird dort wieder erwärmt. Die Wärme, die der Verdampfer der Luft entzogen hat, steckt zum großen Teil in diesem Kondensator. Hinzu kommt die Abwärme des Kompressors und des Ventilators. Unter dem Strich verlässt die Luft das Gerät etwas wärmer, als sie hineingekommen ist. Deshalb wird es in einem geschlossenen Raum durch einen Kompressor-Entfeuchter eher leicht wärmer als kälter.

Eingriffe in den Kältekreis gehören nicht in Laienhände. Er steht unter Druck, und das enthaltene Kältemittel kann brennbar sein. Reinigen Sie nur die zugänglichen Teile, etwa Luftfilter und Behälter.

Peltier-Geräte: leise, aber begrenzt

Kleine, leichte Entfeuchter arbeiten oft mit einem Peltier-Element. Es nutzt den thermoelektrischen Effekt: Fließt Strom, wird eine Seite des Elements kalt und die andere warm. An der kalten Seite kondensiert die Feuchtigkeit, die warme Seite gibt ihre Wärme über einen Kühlkörper an die Umgebung ab. Auch hier gilt also: Der Raum wird nicht gekühlt, die Wärme bleibt im Raum.

Der Vorteil dieser Bauart liegt im geringen Geräusch, weil kein Kompressor läuft. Der Nachteil ist die vergleichsweise kleine Entfeuchtungsleistung. Peltier-Geräte eignen sich daher für kleine Räume wie Bad, Schlafzimmer oder Abstellkammer, nicht für einen feuchten Keller. Entscheidend ist die Herstellerangabe zur Entfeuchtungsleistung und zur Raumgröße.

Tragbares Klimagerät: ein anderes Gerät mit anderem Zweck

Ein tragbares Klimagerät verfolgt ein anderes Ziel. Es entzieht der Raumluft Wärme und führt sie über einen Abluftschlauch nach draußen, meist durch einen Fensterspalt. Die Raumtemperatur sinkt dadurch tatsächlich. Nebenbei kondensiert auch hier Wasser am kalten Verdampfer, das Gerät entfeuchtet also mit. Das ist aber ein Nebeneffekt der Kühlung und kein Ersatz für einen Entfeuchter, der gezielt auf eine Zielfeuchte hinarbeitet.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

MerkmalLuftentfeuchterTragbares Klimagerät
HauptzweckLuftfeuchte senkenRaumtemperatur senken
Wirkung auf die Temperaturkeine Absenkung, leichte ErwärmungAbsenkung durch Wärmeabfuhr nach außen
Abluftschlauch nach draußennicht nötignötig, meist über das Fenster
Einsatzortgeschlossener Raum, auch Keller und BadWohn- oder Schlafraum mit Fensteranschluss
WasserBehälter oder Ablaufschlauchje nach Gerät Behälter, Verdunstung oder Ablauf

Wer sowohl Hitze als auch hohe Feuchte im Raum hat, kann die beiden Geräte also nicht einfach gleichsetzen. Ein Entfeuchter allein bringt keine Abkühlung, ein Klimagerät allein sorgt nicht verlässlich für eine bestimmte Luftfeuchte.

Was Entfeuchten bei schwülwarmem Wetter bringt

Trotzdem kann ein Entfeuchter an schwülen Tagen sinnvoll sein. Der Körper gibt Wärme unter anderem über verdunstenden Schweiß ab. Ist die Luft sehr feucht, verdunstet er schlechter, und dieselbe Temperatur fühlt sich drückender an. Trockenere Luft fühlt sich daher angenehmer an, obwohl das Thermometer dasselbe anzeigt. Mehr als dieses subjektive Empfinden sollten Sie von der Anwendung nicht erwarten.

Ein zweiter Grund ist praktisch: Kellerräume und Bäder bleiben im Sommer oft feucht, weil warme Außenluft an kühlen Wänden Feuchtigkeit abgibt. Hier beugt ein Entfeuchter Schimmel vor, wenn er die Luftfeuchte dauerhaft niedrig hält. Hinweise zur Vorbeugung gibt der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes. Lassen Sie das Gerät in diesen Fällen bei geschlossenen Fenstern und Türen laufen, sonst strömt ständig neue feuchte Luft nach.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Ob ein Gerät zu Ihrem Raum passt, entscheiden vor allem diese Punkte:

  • Raumgröße und Entfeuchtungsleistung: Hersteller geben die Leistung in Litern pro Tag an, meist für bestimmte Bedingungen. Ein feuchter Keller braucht mehr Reserve als ein Schlafzimmer. Prüfen Sie, für welche Raumgröße das Datenblatt das Gerät vorsieht.
  • Lautstärke: Kompressorgeräte sind hörbar, Peltier-Geräte meist leiser. Für Schlafräume lohnt der Blick auf die Herstellerangabe in dB(A).
  • Hygrostat: Er misst die Luftfeuchte und schaltet das Gerät bei Erreichen des Zielwerts ab. Das verhindert, dass der Entfeuchter unnötig durchläuft.
  • Timer: Mit einer Zeitschaltung legen Sie fest, wann das Gerät läuft, etwa tagsüber, wenn niemand schläft.
  • Behälter oder Ablaufschlauch: Ein Behälter muss regelmäßig geleert werden. Ein Ablaufschlauch führt das Wasser dauerhaft in einen Abfluss und eignet sich für Keller und Waschräume. Viele Geräte schalten bei vollem Behälter selbsttätig ab.
  • Einsatztemperatur: Kompressorgeräte arbeiten bei niedrigen Temperaturen schlechter, weil der Verdampfer vereisen kann. Für kühle Räume lohnt der Blick ins Datenblatt, ob eine Abtaufunktion vorhanden ist.

Lesen Sie zusätzlich die Datenblätter und Kundenbewertungen der Geräte, die in die engere Wahl kommen.

Geräte im Vergleich

Die folgenden Geräte stammen aus unserer Auswahl und unterscheiden sich in Bauart, Leistung und Ausstattung. Vergleichen Sie sie anhand der oben genannten Kriterien mit dem Raum, in dem das Gerät stehen soll.

Fazit: Entfeuchten und Abkühlen sind zwei Aufgaben

Ein Luftentfeuchter senkt die Luftfeuchte, nicht die Temperatur. Kompressor-Geräte geben dabei sogar Wärme ab, Peltier-Geräte arbeiten leiser, aber schwächer. Ein tragbares Klimagerät senkt die Temperatur tatsächlich, braucht dafür aber einen Abluftschlauch und entfeuchtet nur nebenbei. Für drückend feuchte Räume und zur Vorbeugung gegen Schimmel ist der Entfeuchter das passende Werkzeug, bei Hitze das Klimagerät. Wählen Sie das Gerät nach Raumgröße, Lautstärke, Hygrostat, Timer und Art der Wasserabfuhr.

Häufige Fragen zu Luftentfeuchter und Klimagerät

Macht ein Luftentfeuchter den Raum kälter?

Nein. Ein Luftentfeuchter entzieht der Luft Wasserdampf und gibt dabei Wärme ab. Die Raumtemperatur bleibt gleich oder steigt leicht an. Trockenere Luft fühlt sich bei Schwüle aber oft angenehmer an.

Kann ein tragbares Klimagerät einen Luftentfeuchter ersetzen?

Nur eingeschränkt. Ein Klimagerät entfeuchtet nebenbei, weil Wasser am kalten Verdampfer kondensiert. Es regelt aber nicht gezielt auf eine Zielfeuchte und braucht einen Abluftschlauch. Für Keller und Bäder ist ein Entfeuchter besser geeignet.

Was unterscheidet Kompressor- und Peltier-Geräte?

Kompressor-Geräte arbeiten wie ein Kühlschrank und entfeuchten stärker, sind aber hörbar. Peltier-Geräte nutzen ein thermoelektrisches Element, laufen leiser und eignen sich wegen der geringeren Leistung für kleine Räume.

Sollte das Fenster beim Entfeuchten offen sein?

Nein. Bei geöffnetem Fenster strömt ständig feuchte Außenluft nach, und das Gerät kommt nicht auf den Zielwert. Lüften Sie vor und nach dem Betrieb kurz und kräftig, während des Betriebs bleiben Fenster und Türen zu.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt. Mehr dazu

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